Blockchain in der Industrie

    Aktuell befinden sich 43% aller Blockchain Anwendungen, welche in Betrieb sind auf dem Finanzsektor. Jedoch wird die Bedeutung von Blockchain auch für Unternehmen in anderen Industriebereichen immer größer. Anwendungen im Bereich von Smart Manufacturing, Energiehandel oder in der Logistik sind im Anmarsch. Doch welche Eigenschaften bietet die Blockchain und welche Voraussetzungen müssen von Unternehmensseite gegeben sein um Blockchain sinnvoll ins eigene Geschäftsmodell zu integrieren?



    Eigenschaften einer Blockchain


    Mit dem Einsatz einer Blockchain im eigenen Unternehmen kann jegliche Art von Mittelsmännern in Geschäftsprozessen komplett entfernt werden. Die Basis für das Vertrauen zwischen den verschiedenen Parteien verlagert sich nun auf die Technologie selbst. Dadurch können in Unternehmen die Prozessgeschwindigkeit gesteigert und die Prozesskosten gesenkt werden. Eine Blockchain eignet sich auch hervorragend um bestehende Datensilos, sei es im eigenen Unternehmen oder in einer unternehmensübergreifenden Supply Chain, aufzubrechen. Durch das Schaffen einer gemeinsamen Datenbasis auf die jede Partei zugreifen kann, wird umständliche Daten-Bürokratie eliminiert. Die mit der Einführung einer Blockchain einhergehende Dezentralisierung in einem Netzwerk stellt einerseits sicher, dass Daten nicht auf einem einzigen Server (Single Point of Failure) gespeichert sind, sondern verteilt auf mehreren Servern bei allen Teilnehmern im Netzwerk. Andererseits wird sichergestellt, dass nicht nur eine einzige Partei die Kontrolle über das ganze Netzwerk und die Daten besitzt. Durch diese Merkmale eignet sich der Einsatz einer Blockchain in vielen Industriebereichen. Bestehende Prozesse können vereinfacht werden und völlig neue Geschäftsmodelle entstehen.



    Voraussetzungen für Blockchain in der Industrie


    Natürlich funktioniert der Einzug der Blockchain ins Unternehmen nicht von heute auf morgen. Die Technologie ist nach wie vor sehr neu und Firmen müssen der Entwicklung mit einer innovativen Grundhaltung entgegensehen. Entscheidungsträger in Digitalisierungs- bzw. Innovationsabteilungen müssen offen für neue Ansätze sein und Vertrauen und Verständnis für die Technologie bei den Stakeholdern im Unternehmen schaffen. Um eigenes Know-How im Blockchain Bereich aufzubauen, sind einige Ressourcen (Zeit, Kapital, spezialisierte Arbeitskräfte) notwendig. Hierbei ist es besonders wichtig sich Schritt für Schritt voran zu arbeiten und falls notwendig, sich Hilfe von Experten zu holen. Außerdem sollte man die Technologie zuerst in einem überschaubaren Rahmen testen und dann aufbauend auf den Erfahrungen und dem generierten Feedback die Anwendung immer weiter ausbauen. Eine bewährte Vorgehensweise ist hierbei, mit einem Proof-of-Concept (PoC), ohne großen Kapital- und Personalaufwand zu starten. Wenn sich dieser Proof-of-Concept bewährt, kann die Anwendung auf ein MVP (Minimal Viable Product) ausgeweitet werden, welches dann Schritt für Schritt zu einem vollständigen Produkt verbessert wird. Wichtig ist es, dieser Entwicklung Zeit zu geben: Laut einer Studie vom Cambridge Centre for Alternative Finance dauert es im Schnitt 25 Monate um vom PoC zum fertigen Produkt zu kommen.



    Potentiale für Blockchain in der Logistik


    Vor Allem in Bezug auf Logistik und immer globaler werdende Supply Chains ist ein Einsatz der Blockchain sinnvoll. Ein wesentlicher Punkt bei der Betrachtung der Lieferkette sind Schnittstellen zwischen den einzelnen Unternehmen. Mithilfe der Blockchain als unternehmensübergreifende Plattform kann sowohl die Produktübergabe als auch die Datenübergabe an den Schnittstellen optimiert werden. Obwohl die Digitalisierung mittlerweile sehr fortgeschritten ist und immer tiefer in Unternehmensprozesse eingreift, sind gerade in einer Lieferkette noch sehr viele Prozesse papierbasiert und schwer digitalisierbar. Blockchain bietet die Möglichkeit, Lieferpapiere zu digitalisieren, ohne dass diese unrechtmäßig digital vervielfältigt werden können. Daraus folgt, dass die Fehlerrate in der gesamten Lieferkette verringert wird. Ein weiterer Vorteil den die Blockchain bringt, ist Transparenz. Da jeder Teilnehmer in der Wertschöpfungskette seinen Beitrag zu dem Produkt in die Blockchain schreibt, sorgt deren nachträgliche Unveränderbarkeit dafür, dass die gesamte Entstehungsgeschichte des Produkts sowie alle damit verbundenen Transport- und Lieferinformationen eingesehen werden kann.


    Ein konkretes Beispiel für den Einsatz von Blockchain in der Logistik ist die von Maersk und IBM gegründete Plattform TradeLens:

    TradeLens greift genau an den vorher genannten Punkten an, digitalisiert Lieferpapiere, bricht angewachsene Datensilos auf und vereinfacht so den Dokumentenfluss in der Lieferkette. TradeLens ist eine unternehmensübergreifende, neutrale Plattform und bietet Nutzen für jeden Teilnehmer im Ökosystem, von Seefrächtern über Transportunternehmen bis zu Finanzdienstleistern und Zollbehörden. Aktuell werden auf der Supply Chain Plattform rund 10 Millionen Ereignisse und mehr als 100.000 Dokumente wöchentlich abgehandelt.[1] Weiters werden mittlerweile Daten von fast zwei Drittel des gesamten weltweiten Container-Volumens auf der Plattform verwaltet. [2] Durch das digitalisieren von Lieferpapieren, können Prozesse erfolgreich und unternehmensübergreifend automatisiert werden. Alleine die Einsparung der Kosten, welche durch die Reduktion von Papieren und dem damit verbundenen Handling entlang der Lieferkette erzielt werden kann, beläuft sich auf rund 15-20% der Gesamtkosten einer Lieferung.[3]

    Photo by chuttersnap on Unsplash


    Zusammenfassend kann man feststellen, dass die Einsatzbereiche von Blockchain Technologie weit über den Finanzsektor hinaus gehen. Auch in verschiedensten Industriebereichen wie zum Beispiel dem Energiesektor, im Maschinenbau und in der Logistik findet die Blockchain ihren Platz. Die Technologie ermöglicht es Datensilos aufzubrechen und unternehmensübergreifende Transparenz zu schaffen. Die Blockchain stellt durch ihre Architektur Vertrauen zwischen Parteien her, welche sich von vornherein nicht vertraut haben, und das ohne einen Intermediär ins Spiel zu bringen. Aus diesen Eigenschaften ergeben sich vielschichtige Anwendungen, unter anderem auch in der Supply Chain - wie am Beispiel TradeLens sichtbar gemacht wurde.


    Wir freuen uns wenn Sie mit uns in Kontakt treten um die Potentiale für Blockchain zugeschnitten auf Ihr Unternehmen zu besprechen.



    Referenzen

    [1]https://www.tradelens.com/wp-content/uploads/2019/05/TradeLens-Solution-Brief_Edition-Two.pdf

    [2]https://www.maersk.com/news/articles/2019/09/20/a-game-changer-for-global-trade

    [3]https://www.ibtimes.co.uk/maersk-ibm-aim-get-10-million-shipping-containers-onto-global-supply-blockchain-by-year-end-1609778

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